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Frauen und Bibliotheken

Frauen und Bibliotheken

7 Gründe, warum die Bootsoma Bibliotheken liebt. Bibliotheken, Bootsoma und Bücher gehören zusammen Bootsoma und Bücher: mehr Gemeinsamkeiten als der Buchstabe B am Anfang. ;) Mit anderen Worten: Die Bootsoma liest für ihr Leben gerne. Lesen war schon als Kind eine ihre Lieblingsbeschäftigungen. Daran hat sich nur insofern etwas geändert, als die Erscheinungsformen von Büchern vielfältiger geworden sind. Gedruckt oder digital, gebunden oder mit Softcover, als E-Book oder in welcher Form auch immer: Hauptsache Buch. Wer ebenfalls eine Leseratte, eine Bücherwurm, eine Büchernärrin ist, kennt das Problem: Was lese ich als Nächstes? Die berühmte Qual der Wahl ist in Internetzeiten schlimmer geworden. Bestsellerlisten, Empfehlungen der Freundinnen, Newsletter mit Neuerscheinungen, BookTok und Co. drängen sich auf. Dabei müssen Vielleserinnen gar nicht das aktuellste Buch haben. Tausende bereits erschienene Bücher möchten auch gelesen werden. Bei der Auswahl eines solchen Buchs könnte die Bibliothek der 100 Bücher helfen, eine kleine Schatzkiste an Klassikern, Bestsellern und nicht ganz so geheimen, aber guten Tipps: https://book-talk.de/bibliothek-der-100-buecher-862/ Das Allerbeste an nicht erst heute erschienenen Büchern: Sie lassen sich in Bibliotheken ausleihen. Eine Bücherei wartet möglicherweise nicht in der nächsten Bucht auf die Bootsoma, aber die Onleihe ist immer mit an Bord – falls es eine Internetverbindung gibt. Eine Buchhandlung ist keine Bibliothek, aber ebenfalls ein Ort für Menschen, die Bücher lieben. Wer's nicht glaubt, darf gerne in Frauen in der Buchhandlung stöbern, einem von Nina George liebevoll zusammengestellten Buch, das Lust auf Bücher macht. Und, nebenbei bemerkt, auch gut als Geschenk für die Bücherfreundin ankommt. Bibliotheken sind Orte der Ruhe. Keine dröhnenden Motoren, kein Hupen, kein Rufen und Schimpfen. In Bibliotheken herrscht eine solche Stille, dass das Umblättern der Seiten laut erscheint. Wie angenehm das ist: eine Insel der Ruhe im Dauerrauschen, ein Ort der Zuflucht, des Innehaltens, der Konzentration auf Wesentlicheres. So gerne die Bootsoma digital liest, so sehr genießt sie den Geruch von Büchern aus Papier, von „echten“ Büchern. Wonach riechen Bücher? Die Antwort der Bootsoma ist verschwommen: Sehnsucht, Fernweh, Heimat. Die Bücherwelt der Bibliotheken erlaubt einen Perspektivwechsel ohne Risiko. Bücherwürmer tauchen ein in andere Leben, vergangene und künftige Entscheidungen, neue Welten und unerwartete Versionen – von historischen Personen, fiktionalen Heldinnen und sich selbst. Bibliotheken und ihre Bücher erzählen die Geschichten, die Menschen brauchen. In Bibliotheken sind wir alle gleich. Bücher wollen nichts von uns, sie bewerten uns nicht. Die geordneten Reihen an Büchern bieten uns etwas an: Sie laden jeden von uns ein, eine neue Seite aufzuschlagen. Die Seite, die gerade am besten zu uns passt.

Reise-Schildkröte folgt Stern

Reise-Schildkröte folgt Stern

„Endlich kümmert sich die Bootsoma wieder mal um uns!“ Schäfchen Wolke freut sich. „Wurde ja auch höchste Zeit.“ Ela wippt mit ihrem Nixenschwanz und wirft lässig die langen Haare zurück. „Der Schlüsselanhänger mit der Reise-Schildkröte ist nett. Aber was hat er mit uns Bordgeistern zu tun?“, will Snoopy wissen. „Weiß ich auch nicht, aber hast du das neue Video gesehen?", fragt Ela. „Ich schon, aber die Leute im Blog noch nicht", sagt Wolke. Hier ist das neue Bordgeister-Video zum Angucken für euch alle: Die Freude der Bordgeister über ihren Auftritt ist so kurz wie das Video. „Warum kommen im Video eigentlich keine Schildkröten vor? Ihr wisst ja, mit den Schildkrötenschmugglern fing unser Auftritt auf der Bootsoma-Website an", mault Snoopy. „Ach, in dem Buch geht es doch nur um Landschildkröten. Wir Bordgeister lieben es, mit den Schildkröten im Meer zu schwimmen", sagt Ela. „Oder auf einer Schildkröte durchs Wasser zu surfen", ergänzt Snoopy. Seine Augen glänzen. „Hast du die kleine Reiseschildkröte auf dem Bild zu diesem Beitrag gesehen? Ich finde sie süß, auch wenn sie eine Land-Schildi ist", murmelt Wolke. „Mir gefällt die Reiseschildkröte auch", gibt Ela jetzt zu. „Okay, Schildkröten sind irgendwie cool. Aber wieso soll die Reise-Schildi ihrem Stern folgen? Das klingt komisch. Was hat sich die Bootsoma denn dabei gedacht?", überlegt Snoopy. „Ach, ihr wisst doch, dass sie Sprache liebt und immer auf der Suche nach Wörtern ist, die aus der arabischen Sprache kommen. Jetzt hat sie schon drei Bücher über eingewanderte Wörter geschrieben, aber erst jetzt hat sie einen Stern entdeckt", verrät Ela. „Ich verstehe gar nichts mehr", beschwert sich Wolke. „Was weißt du, was Snoopy und ich nicht wissen?" „Der Bootsopa hat's mir gestern Abend verraten, als der Sternenhimmel so klar war", sagt Ela. „Guckt mal hier. Darf ich vorstellen?" Ela zeigt auf das Tablet der Bootsoma. „Tadaa, hier ist der Schildkröten-Stern Sulafat." „Echt jetzt? Das arabische Wort für Schildkröte hat dem Stern seinen Namen gegeben?", fragt Snoopy nach. Wolke kann das auch kaum glauben: „Sulafat bedeutet wirklich Schildkröte?" Ela nickt. „Ja, so hat es mir der Bootsopa erklärt und im Internet gezeigt." „Schön für die Bootsoma und ihre Liebe zu Wander-Wörtern. Aber was genau hat das mit uns Bordgeistern zu tun?", will Snoopy wissen. Ela und Wolke haben darauf auch keine Antwort. Also marschieren alle drei zur Bootsoma. Wer sonst kann wissen, was der neu entdeckte Schildkrötenstern für die Bordgeister bedeutet? Kaum haben sie die Bootsoma gefunden und ihre Frage gestellt, holt die Bootsoma zu einer ihrer komplizierten Erklärungen aus. „Ihr braucht nur ein bisschen um die Ecke zu denken, und an Tom", fängt sie an. „Nicht schon wieder", stöhnen Ela, Wolke und Snoopy im Chor. "Wir wissen nur, dass wir schon viel zu lange lange auf die Fortsetzung von Toms Abenteuern mit Aygül und den Schildkröten warten!" „Eine Bootsoma ist doch kein Schnellzug!" Die Bootsoma seufzt. Ihr habt recht, ich schreibe nicht mal so schnell, wie eine Schildkröte durch die Gegend wuselt. Ich schreibe langsamer als jede Schnecke, aber ich schreibe. Nur damit ihr's wisst: Natürlich geht es auch im nächsten Buch um Tiere und um Schildkröten. Und vielleicht auch um Sterne." Die Bootsoma sammelt fleißig Hintergrundinfo, während sie (superlangsam!) weiterschreibt. Sie hat den Bordgeistern sogar schon erzählt, welche Tiere im neuen Buch vorkommen. Es wird nämlich nicht nur um Wasser- und Landschildkröten gehen. Die Bordgeister wissen das schon, aber die Bootsoma hat ihnen streng verboten, etwas über die neuen Tiere zu verraten. Aber wisst ihr jetzt vielleicht, warum die kleine Reise-Schildkröte einem Stern folgen will? Erzählt eure Geschichte den Bordgeistern, sie freuen sich darauf. Die Bootsoma nimmt sich Zeit, bis sie ihr Buch endlich fertig schreibt. Ach, und dann muss es ja noch lektoriert, korrigiert und gedruckt werden. Das dauert. Die Bootsoma ist nicht mehr so schnell.

Trügerische Idylle

Trügerische Idylle

The Village Deep Down von Johanna Wolfmann Erschienen 2025, 820 S. Mit herzlichem Dank an die Autorin des Romans für das Rezensionsexemplar! Rezension zu „The Village Deep Down“ von Johanna Wolfmann Vom Meer aufs Land Vor fünf Jahren erschien Johanna Wolfmanns erster großer Roman Als wir verschwanden. Der Science-Fiction-Roman beginnt auf dem Meer, die ersten Szenen spielen auf einer Segelyacht. Genau die richtige Lektüre für mich als Bootsoma also. Dass ich das gesamte Buch damals sehr gerne gelesen habe, liegt weniger an einer Vorliebe für Zukunftsromane als an der Qualität des Buchs. Die 580 Seiten voller Utopie und Dystopie zogen mich in ihren Bann. Das Dorf tief unten Umso gespannter war ich auf das neue Buch von Johanna Wolfmann „The Village Deep Down“, das mit 820 Druckseiten noch einmal deutlich umfangreicher ist. Zunächst habe ich die EPUB-Leseprobe heruntergeladen und gelesen. Eine sehr umfangreiche Leseprobe ist das, sie umfasst 32 Kapitel. Nach der Lektüre dieser Kapitel wurde deutlich, dass eine andere Art von Spannung im Mittelpunkt steht als im ersten Roman: Die eigentliche Spannung liegt nicht in der äußeren Handlung allein, sie verlagert sich eher auf die Ebene des individuellen Bewusstseins. Geschickterweise endet die Leseprobe genau an einer Stelle, an der ich als Leserin unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Umso habe ich mich sehr gefreut, dass ich das gesamte E-Book lesen durfte. Gliederung und Inhalt Ein so langes Buch erfordert eine gute Gliederung. 60 Kapitel verteilen sich gleichmäßig auf sechs übergeordnete Abschnitte, zu denen weitere Abschnitte am Anfang und Ende hinzukommen. Finge der Roman nicht mit dem wichtigen Abschnitt „Attunement Einstimmung“ an, wer weiß, ob ich weitergelesen hätte. Auf den ersten Seiten heißt es z. B. „Warum haben wir dreitausend Jahre lang Frauen unterdrückt? Ganz einfach: Weil es sich bewährt hat.“ Das hat mich spätere Kapitel mit anderen Augen lesen lassen, als es ohne diese Grundstimmung geschehen wäre. Die eigentliche Handlung beginnt im Abschnitt „The Show Das Schauspiel“ und in dem Dorf, das dem Buch den Titel verleiht. Ein Dorf mit einer starren, archaischen Welt, in der jede Frau, jeder Mann in ein Korsett an harschen Regeln gepresst ist. Hier begegnen wir Trish, der offenbar als einziger in dieser Welt einen Funken Rebellion in sich trägt. Der Protagonistin Cy Miller begegnen Lesende im zweiten Abschnitt „The Stake Der Einsatz“. Erst in den Kapiteln dieses Abschnitts wird klar, dass das Dorf eine Inszenierung ist und warum die Dorfbewohner gar nicht frei handeln und entscheiden können oder dürfen. Die weiteren Abschnitte „The Deception Die Täuschung“, „The Offer Das Angebot“, „The Queen in the Game Die Dame im Spiel“, „Rien ne va plus Nichts geht mehr“, „Game over Das Spiel ist aus“ verbinden und verweben allmählich Trish und Cy und ihre konträren Lebenswelten: das Dorf mit archaischen Sitten und die Welt der Zukunft, in der die geheimnisvolle Macht der „Sphäre“ herrscht mithilfe des von ihr geschaffenen „OS“, auch „Sys“ oder „Tec“ genannt. Von den ungewohnten Bezeichnungen muss man sich nicht verwirren lassen: Im Glossar am Ende des Buchs kann man nachlesen, was sie in den Buchwelten bedeuten. Die Abschnitte „Epilog Nachspiel“ und „Appendix Anhang“ runden das Buch ab. Die unterschiedliche Kapitel mit ihren eigenen Welten, mit den Handlungen, Beziehungen und Gefühlen ihrer Menschen brachten mich als Lesende ins Grübeln: über Selbst- und Fremdbestimmung, über Gefühle, Macht, Lust und Gewalt, über die Frage, wie und welcher Gesellschaft wir leben wollen. Mein Gesamteindruck Ich gebe es zu: Mir fehlen die Worte, um dem ganzen Werk gerecht zu werden. Sehr viel mehr ließe sich zu den einzelnen Handlungssträngen schreiben, zu den Ideen oder zu den Akteuren: von den „Unmods“ der neuen Zeit, zu Zack, zu Personen im Dorf tief unten wie Odin oder Hector. „The Village Deep Down“ ist kein Buch, das sich in gängige Muster und wenige Sätze pressen lässt. Es ist auch kein Buch, das man mal eben nebenbei liest, dazu ist es inhaltlich viel zu komplex und zu umfangreich. Aber ich bin ziemlich sicher: Wer Zukunftsromane mag, gerne über Gesellschaftsformen der Zukunft nachdenkt und sich auch von dystopischen Elementen nicht schrecken lässt, wird es sehr gerne lesen. Lese-Ausdauer vorausgesetzt. Meine Bewunderung für das komplexe Werk ist der Autorin jedenfalls sicher.

Arabesken, Türkise und ein Buch

Arabesken, Türkise und ein Buch

Der Frühling kündigt sich vorsichtig an, und ich habe euch noch gar nicht mein im Dezember 2025 erschienenes Buch vorgestellt. Jetzt aber: Arabesken und Türkise Geschichten um Wörter und Sprache Veröffentlicht als E-Book via tolino media ISBN ‏978-3911059060 Erhältlich in den gängigen Onlineshops, z. B. https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1077657804 oder https://mybook.to/NFBy Arabesken und Türkise Das E-Book schließt formal die Reihe der Publikationen zum Jubiläumsjahr von kandil.de ab. Aber dieses kleine Büchlein mit dem wunderschönen Cover (erstellt von Constanze Kramer, coverboutique.de) ist mehr. Es ist ein sehr persönliches Buch. Nicht nur, weil es eine Essenz aus 25 Jahren Kulturgeschichte im Kandil-Magazin enthält. Darüber hinaus stecken darin die Wurzeln meiner Motivation dafür, das interkulturelle Portal damals im Jahr 2000 parallel zur Erfindung der Ramadankalender für Kinder (mit Schokolade gefüllt!) an den Start zu bringen und zweieinhalb Jahrzehnte lang mit Inhalt zu füllen. Was genau sind diese Wurzeln? Da lassen sich einige nennen: mein Studium der Arabistik, mein Diplom als Fachsprachenexpertin, meine deutsch-türkische Familie, meine Kinder, denen ich Fundamente für ein Leben mit und zwischen mehreren Kulturen mitgeben wollte. Das klingt womöglich pathetischer, als es ist: "Arabesken und Türkise" ist in erster Linie unterhaltsame Lektüre. Gerne erzähle ich an dieser Stelle noch, wie das Buch zum Titel gekommen ist. ursprünglich schwebte mir eine Art Wörterbuch mit alphabetischer Ordnung vor oder eine Art Kalender, im Aufbau ähnlich dem Adventskalender für Kinder Woher kommst du denn? und dem Ramamadankalender für Kinder Wohin gehst du denn? Das Buch ist eigene Wege gegangen mit einem anderen Aufbau. Arabesken und Türkise verkörpern aus meiner Sicht perfekt zwei wichtige Aspekte im Buch: die sprachlichen Wurzeln vieler deutscher Wörter in der arabischen Sprache und die mehrdeutige Schönheit der Türkise in vielfacher Hinsicht. Ich freue mich, wenn das E-Book einige Leser*innen findet. Wer ein Rezensionsexemplar haben möchte, schreibe mir gerne eine E-Mail.

Segelausflug: Heike geht segeln

Segelausflug: Heike geht segeln

Texttreff-Blogwichteln In der Vorweihnachtszeit sind die Wichtel besonders aktiv. Das gilt selbstredend auch für die Blogwichtel im Netzwerk Texttreff.de. Das Bloggeschenk für die Bootsoma hat Heike Baller beigesteuert. Allerherzlichsten Dank für diese schöne Segelgeschichte! Die Autorin des Blogbeitrags: Heike Baller Heike Baller liest und liest und liest vor - das ist das Motto ihres Bücherblogs Kölner Leselust. Hier bespricht sie Bücher, stellt gemeinfreie und eigene Gedichte vor und bietet literarische Vorträge zu verschiedenen Themen an – im Jahr 2025 hat sie beispielsweise je einen zu Mascha Kaléko und Erika Mann erarbeitet. Modell eines alten Segelschiffs (Foto: privat) Heike ging mal segeln – ein Mal! Ich bin eine Wasserratte – von klein auf und lieber unter als über Wasser. Das allerdings nur „so“, ohne Ausrüstung, die mir längeres Tauchen erlauben würde. Familienurlaub in meiner Jugend: immer mit Wasserzugang. Die See oder der See. Schwimmbad habe ich im Sommer besucht oder im Schulunterricht. Ansonsten fühl ich mich da nicht zu Hause. Im Sommer 1977, kurz vor Elvis’ Tod, waren wir an der Schlei, ziemlich zur Ostsee hin: Eltern, Großmutter, eine ältere Cousine und ich. Ein großes Grundstück mit verschiedenen Ferienwohnungen. Kinder und Jugendliche in rauen Mengen tobten übers Gelände, schwammen in der Bucht davor. Der Vermieter bot auch ein Segelbötchen zu mieten an. Eine Familie hatte ebenfalls einen Cousin dabei, aus Österreich. Der wollte segeln gehn. Ein hübscher Junge – mein Teenie-Herz flog ihm zu; also wollte ich mit. Zuletzt waren wir zu viert: Sein älterer Cousin (schon richtig erwachsen, ein Student), meine Cousine, er und ich. Es musste ein Erwachsener dabei sein – deshalb besagter Student. In mittleren Teeniejahren setzte ich also erstmals meinen Fuß auf ein Boot, das sich nicht wie die Kutter auf der Ostsee, auf denen mein Vater zum Hochseeangeln rausfuhr, mittels Motor, sondern mittels Wind bewegen sollte. Unter tätiger Mithilfe der „Besatzung“. Weder meine Cousine noch ich hatten auch nur einen Hauch von Ahnung – und bewunderten die Jungen sehr! Segel setzen? Wir staunten. Nur so eine Ruderpinne, um zu lenken? Wahnsinn! Bis wir aus der Hausbucht raus waren, dauerte es ein Weilchen, wegen zwar schwacher, aber widriger Winde – also aus der falschen Richtung. Doch endlich gewannen wir offenes Wasser und segelten die Schlei hinauf. Am Ufer sahen wir viel Grün, Häuser und Dörfer und Anlegestellen. Unter anderem auch die Kirche, in der die vielen Votivschiffe von der Decken hängen. Oder war es doch eine andere? Waren wir wirklich bis hinter Kappeln gelangt? Ich weiß es heute nicht mehr. Schifferkirche zu Arnis (Foto: Eduard47, 2018-08-16 Arnis (28), CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons) Es segelte sich gut und so bekamen wir Mädchen ersten Segelunterricht. Wir durften die Ruderpinne halten. Beim Ruf „Re“, so erinnere ich mich, durften wir das Focksegel umsetzen. Ob ich mich an all die Begriffe noch richtig erinnere, weiß ich gar nicht. Auf dem Rückweg wurde dann gekreuzt. Also sehr oft das Focksegel umgesetzt. Wir hatten zu tun und kamen heil und pünktlich – das war den Eltern sehr wichtig! – wieder an. Es war beeindruckend gewesen. Und ein Junge, der so was kann, der hat schon was. Wir blieben im Briefkontakt – für ein paar: Wochen. Wenn das jetzt so toll war: Warum bin ich nicht dabei geblieben? Fürs Segeln braucht es eine Ausbildung. Das war in meiner Heimat und sozialen Umgebung nicht üblich. Und letzten Endes bin ich halt lieber im und am allerliebsten unter Wasser – bis heute.

Blicke zurück und voraus

Blicke zurück und voraus

Bücher über Rückblicke, Abschiede, Veränderungen Netterweise überließ mir schon im September der Verlag C. H. Beck ein digitales Vorabexemplar von Zeit der Abschiede. Sieben Jahre des Loslassens und Wiederfindens, Autor des Buchs ist Klaus Brinkbäumer, der Name des ehemaligen Spiegel-Chefredakteurs ist sicher vielen geläufig. Mir Banausin sagte er zunächst nichts, aber natürlich habe ich mich informiert, als ich ohne große Vorerwartungen anfing zu lesen. Abschiede in Zeiten der Pandemie, ein sehr spezielles Thema, das jeden berühren sollte. Aber ich muss gestehen, dass mich das Buch nicht in seinen Bann gezogen hat. Ich kann nicht genau festmachen, woran das liegt. Sicher, Brinkbäumer ist ein versierter Journalist und Autor, sprachlich und stilistisch habe ich nichts zu bemängeln. Vielleicht hat sich in meinen Augen zu vieles thematisch vermischt, vielleicht liegt mir die Lebenswelt des Autors in vielerlei Hinsicht zu fern, ich weiß nicht, woher genau mein Unbehagen rührt. Ich bin aber sicher, dass viele andere das Buch mit großem Genuss lesen werden. Ebenfalls im Verlag C. H. Ewald, aber bereits im Jahr 2023, erschien Ein Hof und elf Geschwister. Der stille Abschied vom bäuerlichen Leben in Deutschland, Verfasser ist Ewald Frie, Professor für neuere Geschichte. Der Titel weckte meine Neugier, als ich über die Onleihe nach interessanter Lektüre suchte. Dieses Buch, ich gestehe es, habe ich schnell und gerne gelesen. Bauernfamilien im Münsterland, auch das ist ein Thema, das keinen unmittelbaren Bezug zu meiner eigenen Biografie hat. Und doch hat mich dieses Buch gefesselt. Die Kombination aus persönlich erlebter Geschichte und zeitgeschichtlicher Einordnung hat mir sehr gut gefallen und eigene Erinnerungen geweckt. Leseempfehlung!

Schwankende Aussichten

Schwankende Aussichten

So schön das Leben an Bord eines Segelboots auch ist: Selbst Bordgeister brauchen auch festen Boden unter den Füßen und unter den Pfoten. Bordhund Snoopy und Bordschäfchen Wolke hüpfen ungeduldig auf und ab. Auch Bordnixe Ela freut sich auf die Abwechslung. Landausflug der Bordgeister Alle drei gucken zur Bootsoma. Die ist schon dabei, den kleinen faltbaren Handwagen aufzubauen, in dem alle drei Bordgeister Platz haben, wenn sie müde werden. Dem Landausflug steht fast nichts mehr im Weg. Alle setzen sich ins Beiboot. Ela sitzt am Steuer, der Bootsopa startet den Motor. „Ich will eine Schildkröte sehen“, sagt Wolke und sucht die Wasseroberfläche ab. Alles, was sie sehen, sind viele kleine Quallen. „Iiiiih“, sagt Ela. „Eeeeeh“, sagt Snoopy. „Iiiiih“, sagt Ela. „Oooooh“, sagt Wolke. Mit Qu sie schlechte Erfahrungen gemacht. Sie sind eklig-glibberig, wenn man sie beim Schwimmen aus Versehen berührt. „Lasst uns lieber über Schildkröten sprechen, das ist ein gutes Stichwort“, sagt Ela. Alle drei Bootsgeister gucken zur Bootsoma. „Wann kommt endlich das neue Schildkrötenbuch? Du hast es uns schon so lange versprochen!“, sagt Snoopy. Die Bootsoma hat weiß es auch nicht, deshalb sagt sie gar nichts. Aber weil der Bootsopa gleich darauf das Beiboot an Land festmacht, sind Buch, Schildkrötem und Quallen schnell vergessen. Snoopy und Wölkchen springen an Land, Ela folgt vorsichtig. Die Esel warten schon. Die Bordgeister und die Esel „Oh, sind die süß!“, rufen Wolke, Snoopy und Ela fast wie aus einem Mund. Sie geben den Eseln die Schalen der Wassermelone, die es auf dem Boot zum Mittagessen geht. Die Esel freuen sich über die Erfrischung. Als sie wieder auf dem Weg zum Meer sind und ihr Boot schon von Weitem sehen, werden die Bordgeister nachdenklich. Nach dem staubigen Land erscheint das Meer ihnen tief und geheimnisvoll. „Wohin wird unsere Reise auf dem Meer wohl führen? Gibt es am Ende eine Insel mit einem Schatz? Oder vielleicht eine ganz neue Welt, die niemand kennt?“ Snoopy wird philosophisch. Ela lächelt. „Vielleicht. Vielleicht fahren wir aber einfach nur zu einem anderen Hafen, wo es andere Esel gibt.“ „Das Wichtigste ist doch, dass wir gemeinsam unterwegs sind, stimmt's?“ Wolke spricht aus, was alle denken, auch die Bootsoma und der Bootsopa. Als das Beiboot wieder am Segelboot festgemacht ist und alle wieder an Bord sind, sitzen sie alle auf dem Vordeck und schauen einem anderen Segelboot hinterher, das immer kleiner wird, bis es am Horizont verschwindet. Sie wissen nicht, ob sie die nächsten Abenteuer an Land oder auf dem Meer erleben werden. Aber sie sind zusammen, und das ist das Wichtigste überhaupt.

Im Rhythmus des Meeres

Im Rhythmus des Meeres

Lesen im Bann der Küste und des Meeres Geliehene und gelesene Bücher Wo ich eine Empfehlung für das Buch gelesen hatte, weiß ich nicht mehr. Wie ich das oft in solchen Fällen mache, in denen mich ein Buch interessiert, ohne dass ich es gleich kaufen möchte, merkte ich mir Autorin und Titel erst einmal in der Onleihe vor. Das war vermutlich 2023, in dem Jahr, als die Hardcover-Ausgabe herauskam. Das Buch war ständig verliehen, kein Wunder bei begehrten Neuerscheinungen. Jetzt, 2025, erschien das Buch als Taschenbuch, und vor Monaten endlich konnte ich es via Onleihe lesen: Marschlande von Jarka Kubsova. Zwei Zeitebenen, zwei Frauenschicksale. Ein Buch, das ich interessiert, aber ohne allzu große Begeisterung las. Dann stieß ich zufällig bei KU (Kindle Unlimited will ich eigentlich meiden, aber mein Lesehunger ist manchmal größer als meine Vorbehalte) auf Rebekka Frank: Das Echo der Gezeiten, erchienen 2024. Ein Glückstreffer, ein Buch nach meinem Geschmack. Auch hier geht es um zwei Frauen, die in unterschiedlichen Epochen leben, aber die Erzählstränge gefielen mir besser, ich konnte mitfiebern und mich in die spannende Erzählung hineinziehen lassen. Frauenleben im Bann der See Die Nähe zum Meer ist es, die mich zu beiden Büchern geführt hat. Nicht zuletzt Lotte Hass ist es zu verdanken, dass ich besonders „Das Echo der Gezeiten“ sehr gerne gelesen habe. Meine Beziehung zum Tauchen als Sport ist nicht die Beste, aber meine Bewunderung für die Taucherin Lotte Hass teile ich mit der Protagonistin in Rebekka Franks Buch. Den Film Das Mädchen auf dem Meeresgrund habe ich nie gesehen, aber das 1970 erschienene Buch „Ein Mädchen auf dem Meeresgrund“ habe ich als Kind geradezu verschlungen. Zurück in die Gegenwart: Gelesen habe ich also zwei Bücher, die im Bann der deutschen Nordseeküste spielen und das Leben von Frauen in verschiedenen Jahrhunderten thematisieren. Mein persönliches Fazit: lesenswert nicht nur für Seefahrerinnen und Taucherinnen.

Ein Frauenleben

Ein Frauenleben

Henning Sußebach: Anna oder: Was von einem Leben bleibt. Die Geschichte meiner Urgroßmutter bleibt. C. H. Beck, Juli 2025 Das Buch hat mir der Verlag C. H. Beck freundlicherweise als digitales Vorabexemplar kostenfrei zur Verfügung gestellt. Dafür bedanke ich mich sehr herzlich und betone ausdrücklich, dass ich das Buch unabhängig davon rezensiere und nur meine eigene Meinung zur Lektüre äußere. Eine Lebensgeschichte, die 1866 beginnt Geboren im 19. Jahrhundert Das Buch über Anna hat mich gleich in seinen Bann gezogen: die Geschichte einer Frau, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zur Welt kam. Nicht irgendeine Frau, sondern die 1866 geborene Urgroßmutter des Autors. Keine Frau aus adligem Haus oder gar von königlichem Geblüt, deren Namen geläufig wären. Eine auf den ersten Blick ganz normale Frau, die vor dem Hintergrund ihrer Zeit ein bemerkenswert ungewöhnliches und eigenständiges Leben führte. Über meine eigenen Urgroßeltern weiß ich leider sehr wenig, dabei dürften auch sie ungefähr in dieser Zeit zur Welt gekommen sein. Alte Fotos vervollständigen das Buch und veranschulichen einige Momente in Annas Leben. Sie erinnern mich an die Schwarzweißfotos in den alten Alben meiner Eltern. Eine Anna vergleichbar selbstständige Frau in jener Zeit ist mir aus meiner Familiengeschichte nicht bekannt. Aufgespürt vom Urenkel Dem Autor Henning Sußebach kommt das Verdienst zu, Annas Leben behutsam rekonstruiert zu haben. In diesem Buch zeichnet er Annas Lebensweg nach, soweit das anhand der wenigen erhaltenen Familienerinnerungen, Dokumente und Fotos möglich ist. Besonders gut gefällt mir, wie Sußebach einen Rahmen aus historischen Fakten zu Annas Spuren liefert. Der historische Kontext lässt Annas Leben für uns Nachgeborene umso plastischer werden. Interessant dabei, wie gut Annas Werdegang als Lehrerin dokumentiert ist – deutsche amtliche Gründlichkeit lässt grüßen –, während über die spätere Geschäftsfrau und Postagentin Anna viel zu wenig überliefert ist. Das Bild dazu kennen wir zur Genüge: die fürsorgliche Frau im Hintergrund. Die Bootsoma-Buchbilanz Das Buch ist nichts für Leserinnen, die sich einen leicht und schnell zu lesenden Roman zum Weglesen wünschen. Wer aber Freude an einem sprachlich ansprechendem Sachbuch hat, das einfühlsam und geschickt Fakten und auch ein bisschen Fiktion zu einem lesenswerten Ganzen verwebt, ist mit diesem Buch sehr gut beraten.

Weites Meer

Weites Meer

Bücher aus der Bibliothek an Bord Seit ich lesen kann, liebe ich Bibliotheken. Denn seit ich lesen kann, übersteigt mein Lesehunger meinen Vorrat an vorhandenen Büchern. Ein Hoch auf öffentliche Bibliotheken! Auch sie gehen mit der Zeit: Für die Bootsoma und andere Nomaden ist die Onleihe eine perfekte Einrichtung. An Bord also habe ich ein Buch gelesen, dessen Titel mich schon lange angezogen hat. Aus verständlichen Gründen. Das Meer ist das Revier der Bootsoma. Die Sehnsucht nach der offenen See schwingt immer mit. (Wer genauer wissen will, wie sich das Meer und die See unterscheiden, lese bitte die Erläuterung der GfdS). Das Buch, über das ich hier schreibe, ist: Offene See, Roman von Benjamin Myers, DuMont 2020 The Offing ... lautet der Originaltitel. Wieder was gelernt, ich kannte das Wort noch nicht. Die deutsche Bedeutung? Wie der deutsche Titel besagt: offene See. Mein Fazit vorneweg: Mich hat das Buch sehr berührt, für mich war es die perfekte Bordlektüre an windstillen Tagen. Trotz des Titels geht es im Buch nicht um die Seefahrt, nicht ums Leben an Bord. Die See, die Nordsee in diesem Fall und nicht das Mittelmeer wie auf dem Foto, spielt trotzdem eine zentrale Rolle für die Spannung, die das Buch trägt. Zum Inhalt will ich gar nichts weiter schreiben. Wer mehr darüber wissen will, folge dem oben eingefügten Link, der zu den Buchdetails führt, oder informiere sich bei gründlicheren Rezensionen. Unwiderstehliche Sprache Was mir besonders gut gefallen hat, ist der einfühlsame Sprachduktus. Behutsam und zugleich unwiderstehlich zog er mich in die Erzählung hinein, in eine Welt nach dem Zweiten Weltkrieg, als das Leben einem völlig anderen Rhythmus folgte als das Leben im Jahr 2025. Aus meiner Sicht ist der Autor sehr einfühlsam mit seinen Protagonisten und mit der Lebenswirklichkeit ihrer Zeit. Es ist eine andere, ruhigere Welt mit ihren eigenen Grausamkeiten, Verletzungen und Wegen zur Heilung. Am Ende des ausgeliehenen E-Books folgten Leseproben aus anderen Büchern des Autors. Was soll ich sagen: Eins seiner anderen Bücher habe ich gerade ausgeliehen.

Von der Flaute zum Flow: Vier Dinge, die Freude ins Leben bringen

Von der Flaute zum Flow: Vier Dinge, die Freude ins Leben bringen

Grafik: Kerstin Beckert Besuch vom Festland: Das Bloghoppeln ist eine Aktion im Texttreff, dem Netzwerk wortstarker Frauen. Der Osterhase ist sogar an Bord gehoppelt, um diesen die Seele erfrischenden Gastbeitrag aus der Feder von Stephanie Esser zu überbringen. Die Bootsoma sagt von Herzen danke und wünscht allen viel Freude beim Lesen und Lachen! Als unerfahrene Landratte darf ich heute bei der Bootsoma an Bord gehen und erkunden, was die Seefahrt und das Leben gemeinsam haben. Eingefleischte Seebären werden jetzt wahrscheinlich brummen: „Seefahrt ist mein Leben“. Ich als Landratte könnte fragen: „Ist das Leben eine Seefahrt?“ Und schon sind wir mittendrin im Thema, das um die vier Himmelsrichtungen und die vier Säulen der Lebensfreude nicht herumkommt. Von der Flaute zum Flow: Vier Dinge, die Freude ins Leben bringen Seit jeher nutzen Seefahrende den Polarstern, um die geografische Nordrichtung zu bestimmen. Dieser Nordstern weist ihnen den Weg hin zum Ziel. Was noch brauchen Kapitäninnen und Kapitäne, um übers weite Meer reisen zu können? Nun, vor allem ein Vehikel, das sie sicher durchs Wasser trägt. Weil ich zu Gast bei der Bootsoma bin, denke ich selbstverständlich an ein Segelboot. Das führt uns direkt zur nächsten Komponente, ohne die Segelnde nicht weit kommen würden: zum Treibstoff, in unserem Fall dem Wind. Er bringt das Boot in Bewegung, lässt es mal pfeilschnell und mal gemächlich durchs Wasser gleiten. Neben all diesen äußeren Faktoren (Nordstern, Vehikel und Treibstoff) dürfen wir auf keinen Fall unser Inneres vergessen. Ohne Abenteuerlust, Fernweh oder die Sehnsucht nach etwas, das uns fehlt, würden wir Menschen uns wohl kaum auf die Reise machen. Foto: ventura69 / depositphotos.com Reiseziel: Freude So, wie es auf einer längeren Segelreise immer wieder Flauten gibt, während denen kein Lüftchen weht und unser Boot auf dem weiten Ozean vor sich hin dümpelt, gibt es auch im Leben Zeiten des Stillstands. Dann geht nichts vorwärts oder alles läuft schief, vielleicht haben wir aber auch zu viel Stress oder sind depressiv – wie auch immer sich diese unerwünschten Phasen äußern, eins haben sie alle gemeinsam: Es fehlen Leichtigkeit und Flow. Was uns in solchen Zeiten helfen kann, ist ein Nordstern. In der Seefahrt dient uns dieser Stern, den Weg zum Ziel zu finden. Im Leben an Land bezeichnet er manchmal auch das Ziel selbst. Leiden wir unter Stress, Stagnation oder gar Starre, ist Lebensfreude ein Nordstern, an dem wir uns wunderbar ausrichten können. Kurz gesagt heißt das: „Folge der Freude!“ Was aber, wenn wir nicht wissen, woran wir Freude haben könnten? Oder wenn die Freude tief unten auf den dunklen Grund unseres Lebens gesunken ist und sich unerreichbar anfühlt? Dann können wir unsere Sehnsucht nach der Freude als inneren Motor nutzen. Die vier Säulen der Lebensfreude So, wie wir uns beim Reisen in den vier Himmelsrichtungen bewegen, wird unsere Lebensfreude von vier Säulen getragen: Singen, Tanzen, Spielen und Lachen. Wenn wir uns also nach Freude sehnen, können wir mit diesen vier Aktivitäten Wind in die Segel unseres Körper/Geist/Seele-Bootes pusten. Wie beruhigend, dass wir nicht erst lernen müssen zu singen, zu tanzen, zu spielen und zu lachen – denn als Kinder haben wir ganz selbstverständlich unzählige Stunden genau damit verbracht. Wir sind als Expert*innen der Lebensfreude auf diese Welt gekommen. Jetzt, als Erwachsene, brauchen wir uns nur daran zu erinnern und schon können wir wieder unser inneres Kind herauslassen. Das ist peinlich? Unangemessen? Lächerlich? Mag sein, aber wen interessiert's? Schließlich wollen wir uns nicht nach fremden Wegweisern richten, sondern nach unserem eigenen Nordstern. Nur der bringt uns da hin, wo wir hin wollen! Foto: Rudy Anderson / Pixabay Singen, tanzen, spielen, lachen Als Kapitänin und Kapitän unseres Lebens bestimmen wir selbst den Kurs. Warum also nicht unter der Dusche das Lieblingslied schmettern? Oder zu unserer persönlichen Feel-good-Musik singend durchs Wohnzimmer tanzen? Wer gern in Gemeinschaft singt, kann einem Chor beitreten, zu einem Mitsingkonzert gehen (gibt es in vielen Städten) oder gemeinsam mit Freund*innen in die Disco bzw. den Club (das darf man in jedem Alter ;-)). Wir sehen: Singen und Tanzen lassen sich super miteinander verbinden und an vielen Orten praktizieren. Ein genauso perfektes Paar bilden Spielen und Lachen – und ihr gemeinsamer Name lautet „Lachyoga“. Hier erzeugen wir unser Lachen absichtlich in der Gruppe, während wir pantomimisch die unterschiedlichsten Situationen oder auch Begriffe darstellen. Wer sich drauf einlässt, merkt schnell, wie befreiend, lustig und energetisierend das auf Körper, Geist & Seele wirkt. Natürlich können wir auch ohne zu spielen beim Kochen lachen oder ohne Lachpläne einen Spieleabend veranstalten. Aber auf Dauer lässt sich das perfekte Paar nicht trennen. Denn unser inneres Kind will spielen UND lachen. Frischer Wind in die Segel Wenn wir also unserer Sehnsucht nach mehr Lebensfreude folgen, diesen Nordstern nicht aus den Augen verlieren und unserem Körper/Geist/Seele-Boot singend, tanzend, spielend und lachend Wind in die Segel pusten – dann frischt unser Leben auf und wir kommen aus der Flaute in den Flow. Egal ob alte Seebärin oder unerfahrene Landratte: Mit Leichtigkeit und Spaß können wir jede Himmelsrichtung unseres Lebens ansteuern. Also dann: Leinen los! Stephanie Esser ist zertifizierte Lachyoga-Leiterin, Kommunikationsprofi sowie Autorin für Persönlichkeits- und Achtsamkeitsthemen. Unter www.frieden-freude-lachen.de bietet sie Lachyoga-Sessions und Lebensfreude-Workshops in Berlin und online an.

Neue Piratengeschichten

Neue Piratengeschichten

Was als Murmeln im Hintergrund begann, wird zu lautem Reden. Die Bootsoma würde es Streiten nennen, aber sie kennt ihre Bordpiraten. Klar ist nur, dass es mit der Ruhe an Bord erst einmal vorbei ist. Neue Piratengeschichten für die Buchpiraten „Wir wollen endlich neue spannende Geschichten über Piraten hören!“ Wenn Schäfchen Wolke so energisch ruft, dann ist die Lage ernst. Die Bootsoma seufzt. „Ich werde Kapitänin!“ Wassernixe Ela weiß, was sie will. Die Bootsoma nickt. „Ich habe eine Idee!“ Bordhund Snoopy spricht verdächtig leise. Die Bootsoma kommt näher. „Bis du die nächste Geschichte über die Schildkrötenschmuggler fertig schreibst, dauert viel zu lange.“ Alle drei sind schon wieder einer Meinung. „Lies uns was Spannendes vor!“, rufen sie wie aus einem Mund. „Recht habt ihr, eine neue Geschichte muss her.“ Die Bootsoma weiß, wie sie Bordpiraten besänftigen kann. „Lasst uns nach einem guten Buch mit Piratengeschichten suchen. Es gibt so viele Bücher über Schiffe, über die Seefahrt und die sieben Meere, über Piraten und Piratinnen. Es wäre doch gelacht, wenn wir da nichts finden.“ Auch kleine Bordpiraten wissen, was das Internet ist. Die Bootsoma leiht ihnen ihr Tablet. Aber erst, nachdem sie eine Vorauswahl getroffen hat. Genau drei Bücher sucht sie aus. Drei Bücher für drei Bordpiraten. „Die müssten meinen Buchpiraten gefallen“ Das sagt sie so leise, dass niemand es hört. Gelesen hat sie noch keins der Vorlese-Bücher, aber die Titel gefallen ihr. Chilli, die faulste Piratin der Welt (ab 5 Jahre) Ahoi, ihr Landratten! (ab 5 Jahre) Der kleine Bär und seine Piratengeschichte (ab 3 Jahre) Laut sagt sie: „Sucht euch ein Buch aus.“ Das ist ein Fehler. Denn die drei Bordpiraten sind sich wieder sehr einig: „Das sind Bücher für Babys. Nichts für uns, die wir seit Jahren an Bord unterwegs sind.“ Drei Bücher für drei Piraten, das ist eine einfache Aufgabe. Das Ergebnis ist klar. „Ja, schon gut, ich habe verstanden“, sagt die Bootsoma. „Jeder von euch bekommt ein Buch, der Osterhase bringt alle drei Bücher mit.“ Stille an Bord. Niemand beschwert sich. Nur der Bootsopa grummelt ein bisschen vor sich hin. Vielleicht lacht er auch einfach in sich hinein. Die Bordpiraten murmeln schon wieder. Bis die Bücher kommen, haben sie neue Pläne für ein Vorlese-Video ...

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